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Zeitschrift PULSAR Nr. 8 Oktober 2021

Pulsar-Cover
•  Brauchen wir Tabus?
•  Das Tabu mit dem Sex!
•  Naturheilkunde: Die Heilkraft der Bewegung – Teil 2
•  Goldkreuzer
•  Corona – Impfen mit Zweifeln? – Teil 6

•  Was ist dunkle Energie?
•  Problem Kaufsucht
•  Energetiker-Forum: Sengetik – Wahrnehmung, Gefühl und Bewusstsein
•  Der Atem Gottes

•  Was hilft bei Durchfall?

•  Heilkunde: Corona – das Licht der Erneuerung bricht sich Bahn durch alte Tabus
•  Die heilende Kraft der Engel
•  Naturkosmetik
•  Angst vor Ausgrenzung

•  uvm.

 

 

Dr. Marlis Bach

Brauchen wir Tabus?

Entmystifizierung und Streben nach Tabufreiheit

Unter einem Tabu versteht man ein ungeschriebenes Gesetz, das aufgrund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft untersagt, gewisse Dinge auszuführen oder Personen und Gegenstände zu berühren oder spezielle Themeninhalte auszusprechen. Mit Tabus wachsen wir vom Kleinkindalter an auf. Sie prägen uns und man weiß einfach, was man unterlassen soll. Man-Sätze weisen immer auf Tabuinhalte hin. Sollen wir uns strikt daran halten, um unser soziales Verhalten zu unterstreichen, oder könnten wir viel freier leben, wenn wir unsere Tabuthemen abschütteln?

Die Bezeichnung Tabu entstammt dem polynesischen Sprachraum. Der polynesische Kulturkreis pflegt eine große Anzahl von Tabu-Konzepten. Bestimmte Heiligtümer zu berühren gilt als tabu und in gewissen Wasseranlagen wie Seen oder Wasserfällen sind laut polynesischem Glauben Götter und Geister beheimatet. Darin zu schwimmen oder zu baden wäre ein Tabuverstoß, schließlich wollen die Götter nicht gestört und dadurch schlecht gestimmt werden. Wenn etwas mit einem Tabu belegt ist, soll ein bestimmtes Verhalten eingehalten werden. Welche Merkmale für den Umgang mit Tabus kennzeichnend sind, wird im Folgenden erklärt.

Verhalten bei Tabuthemen

Tabus basieren auf einem gesellschaftlichen Kodex, der innerhalb einer Gruppe regelt, wie man mit dem vom Tabu belegten Thema umgeht. Das Verhalten auf Tabus unterteilt die volkskundliche Forschung in Sprech-, Sicht, Berührungs- und Handlungstabus. Der Tabugegenstand, oft ein heiliges Objekt, flößt dem Betrachter eine Fülle von Wahrnehmungen ein, dazu zählen Ehrfurcht, Scheu, Angst oder sogar Ekel und Panik. Diese Reaktionen sind in unserem kollektiven Bewusstsein verankert und schränken damit unsere Handlungsfähigkeit ein, dabei handelt es sich um logische wie um unlogische Verhaltensweisen. Man kann dies als tabuistisches Verhalten bezeichnen und es entspricht einer Reaktion auf einen Schutz- oder Abwehrzauber. Im Endeffekt baut sich eine Distanz zum Tabuthema auf, die als sozial korrektes Verhalten empfunden wird.

In einem Volk, wo Aberglaube und dämonische Vorstellungen ins Alltagsleben vielfach und fest integriert sind, können sich weitaus mehr Arten des Tabuverhaltens manifestieren als in einem aufgeklärteren Kulturkreis, der sich immer mehr vom Aberglauben abwendet. Ethnologische Forscher wissen, dass sich diese stillschweigenden Übereinkünfte in der Gesellschaft teilweise stärker auswirken als juristische Gesetze.

Soziologen und Sozialpsychologen widmen sich dem Begriff „Tabu“ sehr eindringlich. Denn es existiert bislang keine Gesellschaft ohne Tabus. Wenn es heißt „Darüber spricht man nicht!“, wird die Auseinandersetzung mit diesem Thema von vornherein ausgeschlossen. Die allgemeine Meinung zu diesem Tabuthema kann sich daher auch nicht verändern. Über ein mit einem Tabu belegtem Thema wird nicht diskutiert und darauf gebildetes Trauma kann innerhalb der Gesellschaft auch nicht aufgelöst werden. Diese kollektive Ausgrenzung führt zu einer emotionalen Aufladung, sobald man damit in Kontakt kommt. Wenn etwas geheim gehalten wird, entsteht beim bloßen Erwähnen ein emotionaler Druck, manchmal sogar schon beim Gedanken daran.

Gesellschaftliche Tabus stabilisieren allerdings durch diese Übereinstimmung das ethische Bezugssystem der Menschen. Man weiß, was richtig und was falsch ist, und riskiert nur in Ausnahmefällen eine Übertretung des Tabuthemas. Schließlich sieht die Gesellschaft im Tabubruch etwas Verabscheuungswürdiges und ist geneigt, den Tabubrecher in einer gewissen Weise zu bestrafen – in erster Linie durch Ausgrenzung.

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Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen PULSAR-Ausgabe.

   
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