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Zeitschrift PULSAR Nr. 7 September 2018

Pulsar-Cover
•  Spielen heißt Lernen
•  Gesund alt werden
•  Göttliche Wahrheit
•  Heilkunde: Verrohen virtuelle Gewaltspiele den Menschen?
•  Naturheilkunde: Schmerzmittel aus der Natur
•  Spiel, Tanz Leichtigkeit
•  Sehen ohne Augen
•  Essen für die Seele
•  Existenzangst überwinden

•  Dabei sein ist alles und mehr!

•  Ist Wetterempfindlichkeit ein Mythos?
•  PranaVita – Herzensweg zu Gesundheit und Lebensfreude
•  Original Hellinger Familienstellen
•  uvm.

 

Dr. med. Ruediger Dahlke

Spielen heißt Lernen

Wir lernen geradezu selbstverständlich beim Spielen. Es ist unsere wichtigste Art des Lernens, denn es ist die erste, mit wir uns als Kind unsere noch kleine Welt erobern. Und nach dem dritten der „Schicksalsgesetze“ liegt schon alles im Anfang begründet. So wie etwas beginnt, so kommt es auch heraus.

Jedes Kind lernt spielend selbst so Schweres wie die deutsche Sprache, wenn es seine Muttersprache ist, durch Imitation der Eltern und Geschwister. Das gelingt ungleich besser als später im Gymnasium. Unter Beihilfe studierter Pädagogen lernen wir kaum noch eine Sprache fließend, grammatikalisch sicher und akzentfrei. Der Grund ist einfach: Schulen im deutschsprachigen Raum bemühen sich erfolgreich das Erfolgsrezept des spielerischen Lernens der Kindheit zu unterbinden. Der Tenor der Volksschullehrer(innen) lautet: „Spiel nicht, schlaf nicht, phantasier nicht, spinn nicht herum, spiel nicht verrückt, konzentrier dich!“ Ist dieser staatlich verordnete und – außer in Österreich – mittels Schulpflicht erzwungene Wahnsinn nach 8, 12, 13 oder mehr Jahren überstanden, ist das Ziel erreicht: Die Phantasie ist meist nachhaltig ausgetrieben, die Lust am Spielen genommen, die meisten spielen nicht mehr verrückt, spinnen nicht herum und können oft nicht mehr schlafen. Dafür parieren sie, was wohl auch das Hauptziel war. Viele können sich nicht mal richtig konzentrieren, jedenfalls haben mich Trainings von Führungskräften bezüglich dieses Lernzieles immer entsetzt. Es reicht gerade für die unteren und höchstens mittleren Ränge der Industrie-Gesellschaft. Führungskräfte bräuchten aber Phantasie und Kreativität, die Fähigkeit, mit Ideen zu spielen und oft auch verrückte, originelle und außergewöhnliche Lösungen zu finden. Dazu buchen sie aufwendige und teure Trainings bei verspielten Leuten wie mir, die andere individuelle und besondere Wege wählten.

Erziehung zur Mittelmäßigkeit

Gerald Hüther bringt es knapp auf den Punkt: Vor der Einschulung seien 98 % der deutschen Kinder in ihren Lösungsansätzen genial, nach Schulabschluss gerade noch 2 %. Und diese wenigen, die ihr Genie durch das Elend der Schule gerettet haben, gehen weiter spielerisch ans Leben heran. Während der Schulzeit taten sie sich wahrscheinlich schwer, sich gegen das Konzept staatlich verordneter Erziehung zur Mittelmäßigkeit zu behaupten, ohne sich unterkriegen zu lassen.

Persönlich befand ich mich in einem Doublebind. Meine Mutter war eine ausgesprochen engagierte Sonderschullehrerin aus Berufung, mein Vater ein pragmatischer Thyssen-Boss, der gelernt hatte, Zeugnissen zu misstrauen und auf Ergebnisse zu schauen. Mutter war von meinen sehr guten Zeugnissen meist gequält wegen verheerender Betragensnoten. Schon von Beginn an hagelte es Bemerkungen wie: „hat trotz unsäglichen Verhaltens erstaunliche Leistungen erzielt“. Rückwirkend retteten mich Vaters Kommentare „Das ist ok, umgekehrt wäre es schlimm“. Mutter dagegen hätte mich sicher lieber bei Lernschwierigkeiten gefördert und nicht so unter Betragens-Kommentaren gelitten, die ihr Erziehungsprobleme attestierten.

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Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen PULSAR-Ausgabe.

   
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